Alles gut am Ende

Warm, aber windig – so zeigt sich der heutige Freitag. Also eigentlich recht schön und genau richtig für eine kleine Tour. Mit der Schwarzen, meiner No.2, muß ich sowieso noch testen, wie sich meine leicht umgestaltete Motorentlüftung verhält. Einen Plan gibt es heute (mal wieder) nicht, ich werde mich also einfach treiben lassen.

Es ist etwa 14:00, als ich vom Hof bollere. Sellnrod, Altenhain – und da geht’s schon los! Der Helm drückt dermaßen an Stirn und Schläfen, dass es kaum auszuhalten ist. Das ist derart schmerzhaft und unangenehm, dass ich schon an einen Abbruch der Fahrt denke. Andererseits verstehe ich den Grund nicht, denn mit genau diesem Helm bin ich vorgestern lockere 150 Kilometer gefahren. Ich schleppe mich deshalb noch ein paar Kilometer weiter an einen ruhigen Platz im Tal nahe Busenborn. Da will ich dem Phänomen auf den Grund gehen.

Auf der kleinen Straße zwischen Busenborn und Eschenrod gibt es noch ein schnelles Foto mit Blick auf den Hoherodskopf.

Dann verlasse ich öffentliche Straßen und fahre auf Wirtschaftswegen hinunter ins Tal zu einem schönen Plätzchen mit Bank und schönen Aussichten in alle Richtungen.

Eine Vogelsberglandschaft wie aus dem Lehrbuch ist das kleine Tal.

Dann aber geht es an den Helm. Das Innenfutter lässt sich zum Glück lösen und ich komme gut an das Steropor im Stirnbereich heran. Im Bordwerkzeug findet sich ein kleines und scharfes Messer und damit schneide ich Milimeter um Milimeter vom Steropor ab.

Nach ein paar Anproben erscheint es mir genug und ich beschließe, jetzt doch weiter zu fahren und keinesfalls aufzugeben.

Schon die ersten Trockentests zeigen: Die Aktion hat gewirkt! Da drückt nichts mehr. Also weiter.

Ich fahre dann über Eschenrod nach Gedern und es ist wunderbar, ohne Schmerzen Motorrad fahren zu können – a Traum quasi. In Gedern schaue ich kurz am Schloß vorbei, aber da wird immer noch renoviert.

Auch auf den folgenden Kilometern über Streitberg und Glashütten bleibt der Druckschmerz aus. Ist eigentlich OK so mit dem Helm, aber eine klitzekleine Kleinigkeit könnte die Passform womöglich noch mehr verbessern. Also fahre ich den nächsten geeigneten Reparaturplatz an, die Baumhecken bei Eichelsachsen. Das ist ein besonders schönes Fleckchen Erde, und zwar zu jeder Zeit. Hier werde ich mir den Helm also noch einmal ansehen.

Zuerst aber mache ich einen Rundgang durch die Baumhecke.

Tatsächlich vermittelt der Rundgang das Gefühl, dass Du mitten durch eine Hecke läufst.

Es dringen kaum Geräusche in die Baumhecke und so entsteht ein Gefühl tiefer Ruhe.

Der Rundgang ist beendet, ich verwandle mich zurück vom Borkenkäfer zum Rentner und werfe noch einen Blick in Richtung Eichelsachen, …..

…. eine weiteren auf die Höhenzüge des Taunus am Horizont, und dann widme ich mich noch einmal meinem Helm, dem weißen Pilot.

Aber Moment, das ist doch gar nicht mein Pilot-Helm, sondern ein weißer Nolan. Und jetzt wird mir einiges klar! Ich habe bei der Helmauswahl daneben gegriffen und mit dem weißen Nolan einen Helm erwischt, der zwar schon seit Jahren bei mir liegt, aber noch nie gtragen wurde. Da brauche ich mich natürlich nicht zu wundern, dass ein Helm vorgestern gepasst hat und heute nicht mehr. Nagut, egal, dann habe ich heute eben den Nolan Helm passend gemacht. Ich schnippele also noch ein paar kleine Streifen heraus und begebe mich dann auf den Heimweg. Und wirklich passt der Helm jetzt noch besser.

OK, das Rätsel ist also gelöst und ich habe jetzt einen passenden Helm mehr im Regal. Und weil es so besonders schön ist, schmerzfrei zu fahren, hänge ich noch etliche Kilometerchen an. Am Ende wurde die Fahrt also nicht abgebrochen, ich bin auch nicht nur das selbst gewählte Minimum von 50 Kilometern gefahren, sondern es stehen jetzt 140 Kilometer mehr auf der Uhr.

Und so sieht meine modifizierte Motorentlüftung aus. Ich verzichte jetzt darauf, die Entlüftung in einen Abscheider zu führen, sondern lege sie fast direkt auf die Kette. Wie man sieht, bilden sich am Ende des Schlauches Wassertropfen. Da entsteht also aufgrund des Temperaturunterschiedes Kondensat. Vorher führte das zu Emulsionsbildung im Abscheidebehälter, der daher auch mindestens 2 mal im Jahr gereinigt werden musste. Der war auch schon mal randvoll mit Nivea!

Hier noch ein Foto meines Helm-Phänomenes: Ich wollte zum Pilot-Helm rechts greifen, habe aber den Nolan links erwischt. Kann ja mal passieren.

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