Der Appetit kommt ...

….. beim Essen, wie man so sagt. In meinem Fall muss es heute aber wohl heissen: „Der Appetit kommt beim Fahren“. Denn, so unglaublich es auch klingt: Ich hab heute keine Lust zum Fahren – und das bei allerbestem Sommerwetter. Allerdings hab ich auch keine Lust zum Lesen, am Computer zu sitzen, spazieren zu gehen – eigentlich auf gar nichts.

Und so wähle ich das kleinstmögliche Übel aus und ziehe die schwarze Enfield aus der Scheune. Schnell nach Öl und Luft geschaut und schon bin ich unterwegs. Feldatal, Kirtorfer Wald, Antrifttal, die Schwalm und schon befinde ich mich am Rande des Knüllgebirges.

Und erst hier kann ich so ganz allmählich das Fahren und vor allem die Landschaft genießen. Am Rande des Knülls ist es aber auch wirklich besonders schön, das merke ich sogar durch meine miese Laune hindurch. An dieser Stelle hier kommen übrigens während meiner Rast ein paar richtig schnuckelige Motorräder vorbei: Ein altes BMW-Schwingengespann, eine schöne DKW und ein wunderbares russisches Seitenventiler-Gespann. Und natürlich jede Menge „normale“ Kräder, die nicht meine Beachtung finden.

Ich bleibe am Rand des Knüllgebirges und halte mich zunächst in Richtung des Hessischen Waldlandes, um dann ins schöne Gründchen mit seinen tiefen Wäldern und den Fischteichen einzutauchen. Die Freude am Fahren wächst jetzt ganz langsam, aber spürbar, an.

Über ein paar Lauterbacher Ortsteile und das Schwalmtal komme ich dann wieder auf die richtige Spur zur heimischen Garage, die ich …….

…. dann nach 160 Kilometern und immer noch traumhaftem Sommerwetter erreiche. Aber halt, das wird sie gewesen sein, die Ursache für meine miese Stimmung: Das Wetter ist einfach zu gut, zu warm, zu sonnig – das passt überhaupt nicht zur Jahreszeit. Dennoch fühle ich mich nach dem kleinen Ritt ein wenig besser – ist ja meist so.

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