Ruhe & Trubel

Beides erlebe ich heute auf meinem kleinen Ausflug ins Gladenbacher Bergland und zum Aartalsee – und beides ist eigentlich ganz nett.

Kurz vor dem Mittagessen öffne ich mir am PC eine Karte auf kurviger.de und entscheide mich für ein Ziel: Das Lahn-Dill-Bergland. Es kommt wirklich selten vor, aber heute habe ich tatsächlich mal keine Lust auf eine Vogelsbergtour. Um den Proporz einigermassen u halten, wähle ich meine schwarze No.2 aus. Bei schönem, aber nicht zu heissem Wetter bin ich gegen 12:00 auf der Straße und über den Ebsdorfergrund auf dem Weg ins Gladenbacher Bergland.

Ohne die kleinste Pause wird bis an den Rand des Gladenbacher Berglandes gebollert, und hier habe ich meine Ruhe: Wenig Verkehr, selbst die Zahl der Radler hält sich in Grenzen und dass auf Straßen zum Niederknien.

Nach wunderbaren 85 Kilometern erreiche ich den Aartalsee nahe Niederweidbach. Ich bin nicht oft hier und heute erlebe ich den Treffpunkt erstmals ordentlich belebt.

Eine schöne XBR mit Speichenrädern und im schicken weinrot. Immer noch ein prima Motorrad. Dabei fällt mir ein, dass Klaus, der Käufer meiner XBR, nicht weit von hier wohnt. Hab nur leider den Ortsnamen vergessen, sonst wäre ich mal hin gefahren.

Viele der parkenden Kräder sind ein ähnliches Kaliber wie diese Intruder oder aber richtige Leistungsboliden.

Was eindeutig richtig gut ist, ist das kleine Restaurant – dass ich aber dennoch nicht besuche. Abspecken heisst die Devise.

Und auch das frische Eis von Da Toni verkneife ich mir.

Und zum allerersten mal machen der See und seine Umgebung einen gepflegten und angenehmen Eindruck. Hier ist einiges passiert seit meinem letzten Besuch.

Lange verweile ich aber nicht am See – ich bevorzuge die Ruhe des Berglandes. Hier habe sie gefunden.

Jetzt fällt mir beim Fahren ein leichtes Dröhnen und Klappern, haupsächlich beim Gas-wegnehmen auf. Ich kanns aber nicht recht orten, es scheint von überall zu kommen. Naja, es wird ohnehin Zeit, so langsam den Rückweg anzutreten.

In der Rabenau halte ich dann aber doch mal an, um einen Schluck zu trinken und dem Geräusch auf die Spur zu gehen. Ich klopfe, rüttele, zerre und schiebe an allen möglich Teilen – nichts zu hören. Aber dann sehe ich, dass sich am rechten Kettenspanner die Halte- und die Kontermutter leicht gelöst haben und gewandert sind. Dadurch hat das VA-Haltestück ca. 3 mm Luft und klappert da hinten rum. Das ist natürlich schnell repariert, dabei hätte ich geschworen, dass ein großes Blechteil die Geräusche hervorruft.

Die letzten 20 Kilometer komme ich also klapperfrei daher, sehr schön. Und schön war auch meine heute kleine Tour. Es muss also wirklich nicht immer und ausschliesslich der Vogelsberg sein. Als nächstes schwebt mir vor, mal wieder die Hochrhönstraße abzufahren und dabei das Gichenbachtal gleich mitzunehmen. Für heute aber bin ich meinen 180 Kilometern im Lahn-Dill-Kreis mehr als zufrieden.

Vorheriger Beitrag Nächster Beitrag