Umleitungen

….. können ja wirklich nerven, aber sie können ebenso angenehm und bereichernd sein – kennt sicher jeder. Hier im Vogelsberg habe ich ja die Angewohnheit, Umleitungen einfach zu ignorieren und einfach durch die Baustellen zu fahren – natürlich nur, wenn a) keine Arbeiter mehr aktiv sind und b) geht das selbstredend nur mit einem Zweirad. Meine Erfolgsquote dabei beträgt 100%, das heisst, ich bin bisher überall durchgekommen.

Heute aber ist das anders! Ich folge jedem Umleitungsschild, und werde dafür fürstlich belohnt. Und Umleitungen gibt es auf der heutigen Route jede Menge, und zwar in allen befahrenen Landkreisen, also VB, HR und HEF.

Die erste dieser Umleitungen erlebe ich bereits 3 Kilometer von zu Hause. Obwohl ich weiss, dass es ganz einfach wäre, hier durchzufahren, folge ich den U-Schildern. Und sofort geht es los! Und zwar stellt sich ein seltsames Glücksgefühl ein, dass von den herrlichen kleinen Straßen, der wunderbaren Landschaft und dem Motorrad unter mir gespeist wird. Es ist überhaupt nichts Besonderes, aber ich nehme all diese Dinge heute ganz besonders wahr. Und das bleibt während der gesamten 200 Kilometer so. Einfach klasse!

Einfach eine kleine Strasse, kein Verkehr, grüne Landschaften, ein blauer Himmel, der leichte Wind und der langhubige Einzylinder – ein Hochgenuss, den ich heute überdeutlich wahrnehme. Und das, obwohl es doch immerhin schon gegen 9:00 ist.

Ich könnte jetzt alle paar hundert Meter anhalten und versuchen, das heutige Gefühl auf die Linse zu bannen. Aber ich weiss, dass mir dies misslingen würde – also beschränke ich mich auf eine Handvoll Fotos. Hier bin ich bereits am Fusse des Knüllgebirges.

Und hier ganz oben auf dem Knüllköpfchen. In der Knülljause gönne ich mir einen schnellen halben Liter Apfelschorle und ziehe dann weiter.

Extrem schön ist auch der Abstieg vom Knüllgebirge in die Schwalm hinein. Er führt durch offene Landschaften ebenso wie …..

….. durch dichte Wälder. Und auch hier sind es die Umleitungen, die den speziellen Reiz ausmachen.

Zurück nach knapp 200 Kilometern im Windpark im Antrifttal, also schon wieder im Vogelsberg. Im Schatten der Windmühle raste ich ein halbes Stündchen und mache mich auf die letzten 25 Kilometer dieser perfekten Ausfahrt. Mittlerweile ist es auch sehr warm geworden, und da zieht es mich doch ins kühlere Fachwerkhaus.

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