Ich hätte es wirklich nicht geglaubt, aber jetzt ist es doch passiert: Ein Sturz mit dem Fahrrad. Der erste in meinem E-Bike-Fahrradleben und ungefähr 65 Jahre nach meinem letzten Sturz irgendwann in den 60er Jahren, Aber der Reihe nach!
Es beginnt ganz harmlos mit einer kleinen Tour am Samstag Nachmittag, so gegen 16:00. Ich radle nur schnell in den Nachbarort nach Weickartshain, um die Reste des heutigen Dorfflohmarktes noch mit zu bekommen. Danach fahre ich aus Weickartshain heraus in Richtung Eisenkaute, um durch den Wald mit einem kleinen Schlenker über die Seenbrücke wieder nach Hause zu kommen.

Vielleicht hätte mir das hier schon eine Warnung sein sollen, dass der Wald für Radler auch mal ungemütlich werden kann. Hab ich aber ignoriert. Allerdings war der Weg, den ich eigentlich fahren wollte, durch die Reifenspuren von sehr schwerem Gerät dermassen verwühlt, dass ich einen anderen, einen neuen Weg nehmen musste. Und das hab ich so Pi mal Daumen nach Gefühl gemacht.

Auch hier eine Warnung, wenn man die Zeichen versteht.
Mein gefühlt richtiger Weg führt mich recht steil bergauf, und der Weg ist sehr schlecht. Als es danach, etwa 5 Kilometer weiter, wieder genauso steil bergab geht, passiert es:
Ich muss permanent leicht abbremsen, um nicht zu schnell zu werde. Dann liegt plötzlich über der gesamten Wegbreite ein mittlerer Ast. Und genau auf dem kippt mein Vorderrad seitlich ab- und zack, liegen meine Faltermaschine und ich auf dem geschotterten Waldboden. Shit!
Im Fahrradspiegel sehe ich eine dicke Wunde an der linken Wange, die ordentlich blutet, dazu an der rechten Hand und an beiden Knien. Am Fahrrad sehe ich auf den ersten Blick keine gravierenden Schäden. Zwar ist das Display der Bosch-Steuerung abgefogen, aber das finde ich 2 Meter weiter wieder. Eingeschnackt und schon leuchtet es wieder. Der Spiegel ist OK, mein schöner neuer GPS-Tacho hat gar nichts abbekommen, ich kann Schalten, Bremsen und Fahren. Also weiter, aber sehr vorsichtig.
Nach etwa 2 Kilometern erreiche ich das kleine Wochenendgebiet auf dem Engelshäuser Berg, frage kurz nach der Richtung nach Freienseen und bin dann 3 Kilometer weiter wieder an bekannten Orten. Die Faltermaschine läuft perfekt wie zuvor.

Später zu Hause und nach der ersten Wundversorgung checke ich das Rad noch einmal gründlich durch. Tatsächlich ist nichts beschädigt, ausser der Klingel. Der hats die Halterung abgefetzt und den Klingelgriff weggeschmirgelt. Nu ja, das ist zu verschmerzen.

Am nächsten Morgen einem Sonntag, fahre ich mit dem E-Roller nach Laubach zum Apotheken-Notdienst und fülle unsere Bestände an Wund- und Heilsalben und Tinkturen auf. Wie man sieht, kann man es ganz plötzlich und unerwartet mal brauchen.
Aus diesem eher unerfreulichen Erlebnis kann ich aber immerhin einiges mitnehmen:
- Unterschätze nicht die Tücken des Waldbodens.
- Ein kleiner Verbandskasten am Fahrrad ist vielleicht nicht so dumm.
- Überlege abseits der Strasse, ob das Rad dafür geeignet ist.
- Möglicherweise ist ein Fahrradhelm doch sinnvoll.
- Ein Mountain-Bike als Zweitrad wäre nicht übel.