Keine Qualität mehr

Der wettermäßig extrem schöne Tag beginnt mit den üblichen Samstag-Aufgaben: Müll raus, Gasse und Gehsteig kehren, ein bisschen Aufräumen. Dabei entdecke ich in den hintersten Ecken meiner Werkstatt ein paar Tragetaschen, die es vor ewigen Zeiten mal von meinem Arbeitgeber als Werbegeschenke gab. Gross, praktisch, aber auch bunt und damit hässlich. Jedenfalls finde ich 3 Stück dieser Exemplare, nagelneu und nie benutzt - für was auch.

Aber heute kommt mit die Idee, diese Tragetaschen für meine Einkäufe in Supermärkten zu benutzen, und zwar dann, wenn ich mit einem Zweirad einkaufe. Damit habe ich nämlich immer Platzprobleme, denn meine Zweiräder sind ausnahmslos keine Lastenkulis.

Und weil heute ein kleiner Einkauf mit dem Pedelec ansteht, schnappe ich mir gleich eine der Taschen, blase kurz den Staub der Jahrzehnte ab, hänge mir die Tasche um und radle zum EDEKA-Markt Fuchs.

Ich hab eine gute Zeit gewählt, denn der Markt ist nicht übervoll, da kauft sichs prima ein. Wieder draussen räume ich 5 Liter Milch, ein paar Kartoffeln, etwas Quark und Joghurt sowie drei Zartbitter-Schokoladeriegel von Lindt aus dem Einkaufswagen in die praktische Tragetasche. Bei der dritten Packung Milch höre ich ein mir fremdes Geräusch, eine Art Rascheln - und die Tragetasche rutscht mir von der Schulter. Ich versuche noch, den Fall durch festen Zugriff des Riemens zu verhindern, aber die Tasche gleitet dennoch zu Boden - zum Glück ohne den kostbaren Inhalt zu beschädigen.

Und dann sehe ich das Drama: Die Tasche ist entlang der Trageriemen vollständig zerbröselt, quasi pulverisiert. Was für ein Schund, bestimmt wurde dieser Mist schon damals aus China gekauft - und sowas als Werbegeschenk!!!

Aber der Wahrheit die Ehre: Ich bin jetzt schon seit über 10 Jahren Rentner und die Tragetaschen gab es irgenwann um das Jahr 2000. Und so hingen die Taschen also rund 25 Jahre in der unbeheizten Werkstatt, im Winter bei vielleicht 5-6 °C, im Sommer bei bis zu 30 °C. Und das jahrein-jahraus. OK, ich nehme alle Vorwürfe zurück, die Taschen können nix dafür.

Glücklicherweise befindet in der Gepäcktasche der Falter-Maschine noch eine gute alte Einkaufstasche aus Jute. Also alles umgepackt und dann gehts heim.

Falter P 9.0 E

Trotz des kleinen Gepäckdramas geniesse ich ein paar schöne, ruhige Fahrrad-Kilometer durch den Frühling.

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