Eine blödsinnige Formel, oder? Vielleicht aber auch nicht! Zwar kann ich den mathematischen Beweis dafür nicht erbringen, aber die heutige praktische Erfahrung muss reichen.
Das ganze beginnt völlig harmlos mit einer kleinen Fahrt nach Laubach, wo es eine Kleinigkeit zu erledigen gilt. Kein Problem, denn das Coulometer am E-Roller zeigt noch 79,6% Restkapazität des Akkus an. In Laubach angekommen und nach erledigtem Auftrag sind es immer noch 72%.
Als ich jetzt aber weiterfahren will, zeigt sich der Roller etwas müde, oder war er das während der Fahrt auch schon? Kann sein, aber ich konnte in der Ebene immer noch meine 45 kmh fahren.
Jetzt aber schaffe ich es gerade noch ins Zentrum von Laubach, wo dann 10 m vor dem Haus von guten Bekannten absolut Schluss ist, der Roller macht keinen Mucks mehr, obwohl das Coulometer immer noch die 72% anzeigt.
Jetzt öffne ich die Sitzbank und schaue auf das kleine Display, das direkt im Akku eingebaut ist. Und dort lese ich mit Schrecken die angezeigten Werte: Die Akkukapazität zeigt 0 an, und die Spannung beträgt nur noch 54 Volt. Das kann nicht mehr gehen!
Die Bekannten, zumindest die mit einem gültigen Führerschein, sind dummerweise nicht zu Hause. Und ein Ladegerät führe ich (bisher) nicht standig im Topcase mit. Ein Fehler!
OK, also ab ins Laubacher Zentrum, dort rufe ich ein Taxi. Damit lasse ich mich nach Hause fahren, die Taxe wartet kurz, bis ich das 10A-Ladegerät plus Verlängerungskabel aus der Werkstatt geholt habe, und schon geht es zurück nach Laubach zum havarierten Roller. Besten Dank an dieser Stelle an die fabelhafte Firma Taxi-Gill.

Das ist die optimistische Anzeige des Coulometers, und hier gibt der Roller schon kein Lebenszeichen mehr von sich. Also ganz klar: Hier ist was faul.

Zum Glück weiss ich, wo sich eine gut zugängliche Steckdose befindet.

Alles zusammen gesteckt, das Ladegerät summt sein vertrautes Lied und lässt 10A Ladestrom fliessen, was mir das Coulometer auch korrekt anzeigt.

Es läuft also alles, und so lasse ich den Roller stehen und laden und gehe ein paar 100 m bis zum nächsten Cafe - jetzt gibts Kaffee und Mohnkuchen.

Nach 45 Minuten bin ich zurück und sehe, dass die Kapazität des Akkus schon wieder bei 15% liegt und die Spannung wieder in Richtung 60V geht. Aber für die Heimfahrt reicht das noch nicht. Erst bei 25% und 61V gebe ich mich zufrieden und trete nach insgesamt 1,5 Stunden die Heimfahrt an. Die genannten Werte entnehme ich natürlich jetzt nur dem Display im Akku, das Coulometer ist schon wieder bei 80%, was logischerweise der pure Blödsinn ist.
Ich komme auch locker und gut zu Hause an, wo der Roller selbstredend sofort wieder ans Ladegerät kommt.
Gegen 22:30 ist der Akku wieder auf 99%, und diesmal sind sich alle drei Anzeigen einig: Akkudisplay, Coulometer und BMS-App. Ich stoppe den Ladevorgang und werde ihn morgen früh noch einmal starten und dem BMS damit ausreichend Zeit zum Balancieren der einzelnen Zellen lassen.
Am am nächsten Tag kommt dann noch per DHL die eilig bestellte Krümmerdichtung für die Vespa, die ich noch schnell einbaue. Und diesmal wirklich schnell, denn die Dichtung passt jetzt. Ist eben ein Original Piaggio Ersatzteil. ❤️