Heute ist das hier am Rande des Vogelsberges einfach mal ein schöner, lauer Sommertag: Nicht zu heiss, kein Regen, kein Sturm, kein Hagel. Und es soll auch den ganzen Tag so bleiben, auch wenn ab und zu mal ein paar Wölkchen versuchen, den Zweiradler zu erschrecken.Kein Wunder also, dass ich mir heute eine rchtig schöne elektrische Reise vornehme, und die soll mich hoch hinauf auf den Wirberg führen und etwa 50 Kilometer lang werden. Der Akku hat noch 79% Restkapazität, da sollte nichts anbrennen. Gegen 13:30 mache ich mich auf den Weg. Und ich kann jetzt schon sagen: Das wird eine wunderbare Fahrt.

Auch wenn die Vespa eigentlich an der Reihe wäre: Ich möchte heute elektrisch gleiten.

Über Freienseen und Laubach fahre ich weiter in Richtung Grünberg. Das ist eine sehr schöne Strecke durch weite, offene Landschaften und mit weitem Blick in Richtung Grünberg und Reiskirchen. Und der Verkehr ist quasi vernachlässigbar.

Von der Grillhütte zwischen Laubach und Lauter aus hast Du einen sehr schönen Blick auf Grünberg. Bring ich mit diesem Foto leider nicht so richtig rüber.

Die wenigen Kilometer bis Lauter nehme ich mal Off-Road.

Grünberg umfahre ich heute und cruise über kleinste Nebenstrecken von Lauter nach Queckborn. Hier schaue ich mir mal wieder das historische Wasserwerk an.

Dann geht es weiter aus Queckborn heraus durch den Wald auf die B49. Die ist immer sehr stark befahren und mit einem 45 kmh Fahrzeug bist Du da nicht gut aufgehoben. Aber weil ich nur etwa 5 Kilometer auf der Bundesstrasse fahren muss, wage ich es. Klappt auch gut.
Schnell biege ich dann auch ab in Richtung Saasen. Von früheren Fahrten weiss ich, dass ich nur durch Saasen und Bollnbach muss, um dann direkt hoch auf den Wirberg zu kommen. Ganz einfach.
Aber heute ist alles anders: Die Ortsdurchfahrt Saasen ist komplett gesperrt, und es gibt auch keine mir bekannten Schleichwege. Also wird improvisiert und ich halte mich ein bisschen an die Umleitungsschilder und etwas mehr an mein geografisches Gefühl.

Das gelingt mir auch wirklich gut und nach ein paar Kilometern bin ich dann tatsächlich kurz vor dem Wirberg.

Beim Aufstieg, der ausschliesslich über Wirtschaftswege führt, fühle ich mich mal wie im steirischen Almengebiet …

…und dann wieder wie in der niederösterreichischen Buckligen Welt. Eine klasse kleine Landschaft ist das hier rund um den Wirberg.

Nach meiner logistischen Grossleistung erreiche ich dann auch den Wirberg mit seiner alten Kirche und den Klostermauern. Hier verweile ich ein wenig und geniesse die Ruhe und die Schönheit des Ortes.
Hier ein wenig zur Geschichte des Wirberges. Wer’s lesen möchte, möge es mittels Mausklick vergrößern.
Der Abstieg ist ebenso schön wie der Aufstieg und führt mich über Reinhardshain, Beltershain und Stangenrod nach Lehnheim.

In Stangenrod dann ein kurzer Stopp beim Sauer mit seinem 2-Rad-Shop. Interessant ist der winzige Holder-Schleooer, der eigentlich in Weinbergen eingesetzt wird und damit so gar nicht in den Vogelsberg passt. Ist jedenfalls ein sympathisches Fahrzeug.

Und, ich kanns kaum glauben: Es gibt endlich E-Roller hier. Gezeigt werden gleich drei verschiedene E-Roller von KeeWay, Si.O und Luxxon. Sehr schön, endlich ein Händler in der Nähe.

Jetzt noch 10 Kilometer bis nach Hause, und das war es dann für heute. Diese Fahrt hat wirklich besonders viel Vergnügen bereitet, was aber angesichts des Wetters, der Landschaften und des E-Antriebs nicht überraschen kann. Und ich habe es wahrhaftig geschafft, ganz exakt nach GPS 50 Kilometer zu fahren.
Der Akku hat immer noch 45% an Restkapazität, an Laden brauche ich also nicht zu denken. Auch meinen Überschneidungspunkt habe ich heute wieder beobachtet: Nach insgesamt 61 Kilometern betrug die Akku-Kapazität ebenfalls 61, aber natürlich keine Kilometer, sondern Prozentpunkte. Jetzt noch eben den Bremsstaub aus dem Bremssattel geblasen und dann heisst es wieder “Let’s call it a day.”
