Auch am heutigen Samstag bleibt das angenehme und ruhige Herbstwetter
uns erhalten. Wird auch heute ordentlich von mir ausgenutzt, denn wer
weiss schon, wie lange das noch andauern wird.
Aufgestanden bin ich um 7:00 bei lausigen 6°C, gestartet gegen 13:00
bei 15° und zurück zu Hause war ich kurz vor Fünf bei 25°. Schöne
Temperaturkurve.
Das passende Ziel such ich mir unterwegs aus, und nach Laubach halte
ich mich in Richtung Lich, und zwar wegen der Mobile.
Genau, wegen der Mobile. Die Älteren unter uns werden sich vielleicht
noch erinnern: Mitte der 50er Jahre (1955) brachte der Motorbuch-Verlag, in
dem auch Das Motorrad erschien, eine weitere Fachzeitschrift
heraus. Die hiess Rollerei und Mobile und beschäftigte sich mit
Motorrollern, Klein- und Kleinstwagen und allem, was dazu gehörte. Dort
hatten dann Fahrzeuge wie der Messerschmidt Kabinenroller, die BMW
Isetta, das Goggomobil, der Loyd, der sportliche Kleinschnittger, der
Janus von Zündapp, die Diana von Dürrkopp, der DKW Hobby, der
Grossroller von Kroboth und der Maico MC500 - und jede Menge weitere, teils
skurile Fahrzeuge ihre Heimat. Und die “echten” Motorradfahrer hatten
ihre Ruhe vor dem Rollergezücht.
Diese Zeitschriften, auch die Rollerei und Mobile habe ich in den 60er Jahren verschlungen, gerade die alten Ausgaben. Und ein bisschen was ist davon hängen geblieben, zum Beispeil, dass ich Kleinwagen mag. Die Zeitschrift in der ursprünglichen Form und mit diesem Titel gab es leider nur ein Jahr lang.
Also die Mobile - und deshalb biege ich kurz vor Lich ab nach Ober-Bessingen, weil dort in Sachen Kleinstfahrzeuge immer etwas zu sehen ist.


Microlinos stehen hier eigentlich immer und es sind wirklich hübsche und sympathische Fahrzeuge. Leider unvorstellbar teuer, und darunter leidet auch meine Sympathie. Aber sie sind einfach überirdisch schön.

Zum ersten mal sehe ich heute aber einen Opel Rocks hier stehen. Das ist ja die gleiche Basis wie beim Fiat Topolino, dessen spezielle Eleganz der Opel aber nicht ganz erreicht. Kommt eher wie der rustikale Typ rüber.

Und eine ganze Armada der Kleinwagen von Ligier aus Frankreich. Gefallen mir auch recht gut, fallen aber aufgrund ihres Verbrenner-Antriebs von vornherein aus.

Dann gehts direkt nach Lich hinein, wo ich einen kleinen Stadtbummel mit (Nuii)Eis einlege. Lich ist wirklich eine besonders schöne Stadt.

Ich beschränke mich auf die Altstadt. Die Vespa wird am Rand geparkt und dann zieh ich los. Ungewöhnlich ist, dass hier gewohnt wird, geparkt, gebummelt, gegessen und getrunken wird und all das sogar bei etwas Durchgangsverkehr. Und es klappt und macht Spass.

Und heute vergesse ich auch die ganz kleinen Seitengassen nicht, unter denen es etliche Kleinode gibt. Doch ja, hier lässt sichs leben.

Eine Dreiviertelstunde schlendere ich an feinstem Fachwerk, netten Lädchen und einladenden Lokalitäten vorbei, bis ich meine Vespa wieder erreiche.

Beim Bummeln habe ich noch einen Besuch in Hak’s Motorrad-Stützpunkt in Langsdorf in meinen Routenplan eingebunden. Also nehme in Lich die Ausfallstrasse nach Hungen und kommen zwangsläufig an der Licher Brauerei vorbei. Hier bin ich auch schon lange nicht mehr gewesen, also noch schnell ein Foto der schönen Gebäude geschossen.
In Hak’s Motorrad-Stützpunkt frage ich nach einer Dichtung für die Vespa. Es geht um die zwischen Krümmer und Schalldämpfer, die so langsam ihren Geist aufzugeben scheint. Ist aber auch schon ca. 5 Jahre drin und muss bei jedem Reifenwechsel entfernt und wieder montiert werden. Beim nächsten Wechsel wird sie gewechselt. Und tatsächlich, ich bekomme hier die passende Dichtung, obwohl das hier kein Vespa-Laden ist. Einwandfrei.

Durch die Wälder zwischen Lich, Reiskirchen und Fernwald gehts nun nach fast 100 Kilometern zurück an den Rand des Vogelsberges. War wiederum eine gelungene kleine Fahrt mit nettem Schwerpunkt:Mobile.