Gestern war ich noch der Meinung, dass der 1. Mai wettermässig nicht zu toppen ist - aber das war ein Irrtum. Heute, am 2. Mai, legt der Wettergott noch eine Schippe drauf und zaubert ein unglaubliches Wetter mit Temperaturen bis 27°C, und das am Rande des Vogelsberges, also quasi in Hessisch-Sibirien.
Andererseits ist so ein Wetter auch ein bisschen unheimlich. Jedenfalls ist das kein Frühling mehr, wie ich ihn aus meiner Jugend kenne. Da kommt noch einiges auf uns zu. Und während ich diese Zeilen tippe, höre ich auf HR-Info, dass in Romrod, nur 25 Kilometer von hier entfernt, wieder ein Waldbrand ausgebrochen ist.
Aber es ist wie es ist, und mir bleibt nichts anderes übrig, als das Wetter zu geniessen, was am besten auf einem Zweirad geht. Hab sowieso gerade vier Jobs in vier verschiedenen Orten abzuarbeiten, und das wird heute mit der Vespa erledigt. Dass von diesen vier Jobs nur die Hälfte erfolgreich abgearbeitet werden kann, weiss ich z diesem Zeitpunkt natürlich noch nicht.

Zuerst aber wird am Vormittag ein Motorölwechsel mit Filter an der Vespa durchgeführt. Hab ich ja schon etliche male gemacht, ist auch nicht schwierig, aber immer irgendwie unangenehm. Am schlimmsten ist das Auffangen des abfliessenden Öls in einen geeigneten Behälter. Die Ablassschraube ist nämlich so ungünstig zwischen den Ständerfüssen angeordnet, dass ich bisher noch kein geeignetes Behältnis gefunden habe, mit dem das ohne Ölsauerei klappt. Und so ists auch heute - Ölsauerei und danach der Einsatz von Bremsenreiniger. Aber um 12:00 ist alles erledigt, der Motor hat frisches Öl, der Öldruck wird aufgebaut - das wäre erledigt. Jetzt noch schnell umziehen und dann kann ich starten.

Erstes Ziel ist Laubach, hier ist ein Dokument zu übergeben. Klappt perfekt, Job erfolgreich erledigt.

Zweites Ziel ist eine Kartentankstelle in der Rabenau. Ich habe noch 2 kleine 2L-Benzinkanister herumliegen, die ich füllen und dann in der Vespa mitführen möchte. Hab zwar eine Tankanzeige, aber ob ich der trauen kann und wann der Tank dann wirklich leer ist, möchte ich nicht im Versuch ermitteln - jedenfalls nicht ohne kleinen Reservekanister. Aber dann muss ich feststellen, dass die Öffnung der Kanister zu klein für die Zapfpistole ist - und zwar deutlich. Fazit: Zum Betanken der Kanister wird ein Trichter benötigt, den ich aber nicht dabei habe. Job also nicht erledigt, sondern geflopt.

Dafür belohne ich mich mit ein paar wunderbaren Kilometern durch die schöne Rabenau.

Ja wirklich, schön ists in der Rabenau. Hier bin ich nahe Hofgut Appenborn bei Odenhausen.
Der dritte Job führt mich nach Nieder-Ohmen, also in die Grossgemeinde Mücke. Hier gilt es, ein Dokument an einem verabredeten Ort abzuholen. Dort befindet es sich aber dummerweise nicht, so dass dies mein zweiter Flop für heute ist.

Vierter und letzter Job: Geld holen vom Automaten. Hätte mich nicht gewundert, wenn der Geldautomat defekt gewsen wäre oder meine Karte nicht akzeptiert würde. So kommt es aber nicht, sonder hier klappt alles. Job erfolgreich erledigt.
Und das ist meine Route für heute. Google Maps sagt, es waren 52 Kilometer, Piaggio hält mit 54 Kilometern dagegen. OK, vernachlässigbar. Aber auf jeden Fall war das eine extrem schöne Fahrt, trotz der beiden Flops. Zeitweise war es mir sogar zu warm, was im Mai sonst eher die Ausnahme ist._
